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Recruiting während der Pandemie

Recruiting während der Pandemie

Auch wenn weit verbreitet die Hoffnung  über die Sommermonate groß war, dass die Corona-Pandemie sich schnell eindämmen lässt, sehen wir uns nun im Herbst – zu Beginn der Wintersaison – doch ganz anderen Parametern gegenüber. Das Sicherheitsbedürfnis von Arbeitnehmern ist durch die Pandemie nachweislich gestiegen und die Wechselbereitschaft von Fachkräften, deren Arbeitsverhältnis aktuell nicht konkret durch die Pandemie als bedroht wahrgenommen wird, ist deutlich gesunken.

Was bedeutet dies fürs Recruiting – in Branchen, in denen weiterhin die Zeichen auf Wachstum stehen?

 

Zwei-Phasen-Ansatz

Unterteilen wir den Prozess von der ersten Interessenserweckung bis hin zur Einstellung in zwei Phasen: die vor der Bewerbung und die ab der Bewerbung, so finden wir hier diverse Ansatzpunkte, auf die es sich einzugehen lohnt.

Vor der Bewerbung – Employer Brand

Dass sich ein Kandidat in der angespannten Situation überhaupt bewegungswillig zeigt, bedarf schon einer gewissen Attraktivität des Arbeitgebers, also der Wahrnehmung der Arbeitgeberattraktivität durch die Kandidaten am Markt. In der gegebenen Situation wird sich ein potenziell wechselwilliger Kandidat also zunächst in frei zugänglichen Medien über einen potenziellen neuen Arbeitgeber informieren, bevor er eine Bewerbung faktisch in Erwägung zieht.
Die erste Anlaufstelle hierfür ist und bleibt die Karriereseite – über die direkt ausgeschriebenen Jobangebote hinaus. Welche Innensicht erlaubt die Karriereseite Ihres Unternehmens und inwieweit sind hier „attraktivierende Faktoren“ für Bewerber einsehbar?
Was sind die Werte Ihres Unternehmens, die Unternehmenskultur, das Miteinander und – um das ganz aktuelle Buzzword zu bedienen: der „purpose“ für Ihr Unternehmen tätig zu werden? Erst wenn es Ihnen gelingt, diese Informationen zu transportieren und Sie mit diesen Informationen einen potenziell interessierten Kandidaten abholen, wird dieser eine Bewerbung initiieren.

Ab der Bewerbung – Candidate Experience 

Sobald ein Kandidat eine Bewerbung in Ihrem Unternehmen eingereicht hat, beginnt aus dessen Sicht die Candidate Journey. Die Herausforderung ist es nun, unter den gegebenen Restritktionen diese Candidate Journey in eine positive Candidate Experience zu transformieren, die Ihrem Bewerber das positive Gefühl vermittelt, in Ihrem Unternehmen am Ende des Prozesses tatsächlich tätig werden zu wollen. An dieser Stelle möchte ich gerne auf den Artikel zur Candidate Experience verweisen aus Sicht des Recruiters.

Ab dem Eingang der Bewerbung beginnt für den Kandidaten nun die Candidate Journey und Experience, zu deren Gestaltung Sie als Recruiter maßgeblich beitragen können!
Antworten Sie umgehen auf eine eingegangene Bewerbung und für den Fall, dass der Kandidat in der Vorselektion als attraktiv eingestuft wird – nehmen Sie umgehend direkten und persönlichen Kontakt zu dem Kandidaten auf. Alle Kandidaten wissen ob der aktuellen Situation – aber die Wertschätzung, die Sie transportieren mit einem kurzen persönlichen Anruf ist nicht zu ersetzen.
Lassen Sie den Kandidaten wissen, dass sein Profil interessant ist und Sie gerne in Gespräche gehen möchten – dass dies nur aktuell unter den gegebenen Restriktionen eine organisatorische Herausforderung ist und auch ein persönliches Kennenlernen des Unternehmens und des Arbeitsplatzes derzeit nicht in Ihrem Ermessensspielraum liegen. Nehmen Sie sich die Zeit, dem Kandidaten Fragen zum Unternehmen zu beantworten oder vereinbaren Sie einen Folgetermin, in dem der Kandidat diese Fragen gesammelt stellen kann. Es liegt mehr denn je an Ihnen als dem Recruitingverantwortlichen, diesen Kandidaten für Ihr Unternehmen zu gewinnen.

Virtueller Interviewprozess

In der Vergangenheit eher eine Ausnahme ist nun aktuell das virtuelle Interview an die erste Stelle des Prozesses der Kandidatenauswahl gerückt. Stellen Sie als Recruiter also sicher, dass der Kandidat die Informationen über alle virtuellen Interviewteilnehmer rechtzeitig erhält und mögliche Rückfragen mit Ihnen klären kann. Positionieren Sie sich im Gespräch als die „Andockstation“, an die der Kandidat auch anschließend weitere Fragen adressieren kann und kommen Sie diesen umgehend nach.

Pflege der Kandidatenbeziehung

Geben Sie Feedback und halten Sie Kontakt. Sie als Recruiter sind insbesondere in diesen virtuellen Interviewprozessen das „face to the candidate“ ! Nehmen Sie sich die Zeit, Fragen zur Arbeitsweise und zum Arbeitsplatz so gut zu erklären, wie eben ohne persönlichen Besuch irgend möglich. Und koordinieren Sie Rückfragen an den Fachbereich, die Sie selbst nicht beantworten können, zeitnah und konkret.
Und auf diese Weise stärken Sie als wahrer Candidate Relationship Manager das Recruiting Ihres Unternehmens und stellen auch in Zeiten der Pandemie einen wahren USP für Ihr Unternehmen dar. Viel Erfolg dabei!

Bildquellen:

  • visuals-ufK-deiLqY8-unsplash: unsplash
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